Kursdesign
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Der Stellenwert der Online Kommunikation hängt vom Kursdesign ab

 

Grundsätzlich stellt sich immer die Frage, welchen Zweck und Stellenwert die eingesetzten eLearning-Elemente im gesamten Kursgeschehen haben sollen.

 

Bezüglich des Verhältnisses Online-/Face-to-face-Phasen können drei Kategorien von eLearning-Kurstypen unterschieden werden:

 

  • Präsenzkurse, bei denen zusätzlich eLearning angeboten ist („eLearningenriched“)

 

    • Verwenden von Internet im oder begleitend zum Unterricht
    • Verwenden von eMail, Diskussionsforen oder einer Lernplattform begleitend zum Präsenzunterricht (für das Nach- und Wiederholen bzw. um Fragen stellen zu können).

 

    Bei dieser Kursform können die eLearning-Elemente ein freiwillig zu nutzendes Zusatzangebot sein, oder aber auch mit Auflagen bezüglich bestimmter TeilnehmerInnen-Aktivitäten in den Kurs integriert sein. Bei vielen Kursen sehen einander die Teilnehmenden und Unterrichtenden ohnehin ein- bis zweimal in der Woche und die Online-Kommunikation ist dann oft nicht sehr stark entwickelt.

 

    Entweder sollte bei dieser Kursform von vornherein keine allzu große Erwartungen in die lebendige Online-Diskussion gesetzt werden (auch ein reines Download- und/oder Frage-Center kann eine sehr effektive Maßnahme zur Unterstützung der LernerInnen sein!) oder aber die Erwartungen an die Online-Aktivitäten der TeilnehmerInnen müssen klar kommuniziert werden und es muss auch der „Benefit“ des eLearning vermittelt werden. Eine zusätzliche Auflage zum Kurs, deren Nutzen den Teilnehmenden nicht einsichtig ist, wird sicherlich nicht fruchten.

 

  • Blended Learning Solutions

 

    Das sind Kurse, die aus einer Kombination von Face-to-face und eLearning-Phasen (auch ODL= Open-Distant-Learning-Kurse) bestehen. Bei dieser Kursform ist eLearning auf jeden Fall ein integraler Bestandteil des Kurses und schlecht funktionierende Online-Kommunikation wirkt sich negativ auf das gesamte Kursgeschehen aus. Diese Form wird auch als „hybrides Lernen“ bezeichnet. Die Übergänge zwischen „enriched“ und „blended“ Varianten können in der Praxis fließend sein.

 

  • Reine Online Kurse

 

    Natürlich ist auch hier eine intensive Online Kommunikation unentbehrlich.

 

Bezüglich des Zwecks, was mit dem Einsatz von (ehemals) „neuen“ Medien erreicht werden soll, lassen sich folgende Typen unterscheiden:

  • eLearning als Lerntraining

 

    von mehr oder minder fix vorgegebenen Inhalten, wie z.B. CBT oder WBT; diese instruktivistischen Übungen brauchen in der Regel wenig Kommunikation und wenn, dann zumeist eine eindimensionale zwischen TrainerIn und TeilnehmerIn.

 

  • eLearning als Mittel zur Lernreflexion, Kommunikation und Gruppenarbeit

 

    Bei dieser Kursform können sowohl in der F2F-Phase erarbeitete Inhalte vertieft werden, als auch neue erarbeitet werden. Entscheidend für das Gelingen ist jedoch immer eine funktionierende virtuelle Community und die Online-Kommunikation ist somit essenziell!

 

Diese beiden groben Einteilungen sind natürlich idealtypisch und in der Praxis können unterschiedliche Zwischenformen und Kombinationen auftauchen.

Anmerkung

 

Im modernen pädagogisch-didaktischen Diskurs ist der Begriff „instruktivistisch“ fast schon ein bisschen anrüchig geworden und steht nicht selten als Synonym für veraltete Pädagogik. Ein ehrlicher Blick auf die Bildungspraxis zeigt jedoch, dass sich hinter vielen gut klingenden konstruktivistischen Worthülsen, oft die gleiche instruktionalistische Praxis wie eh und je verbirgt. Mit der bloßen Umbenennung der Lehrkraft in “Lerncoach” ist noch nicht wirklich viel getan.

Sinnvoller scheint es uns, abseits von einer „gut“ und „schlecht“ Kategorisierung, das Potenzial der unterschiedlichen Lern- und Unterrichtsformen in Abhängigkeit von Lernstoff, Kursrahmen und den LernerInnen zu analysieren und einen passenden „Mix“ einzusetzen.

Fazit: nicht bei allen eLearning-Kursen ist die Online Kommunikation entscheidend. Manchmal kommt man mit ein paar Grundregeln der eKommunikation aus; in diesem Falle sollte dann auch keine allzu große Online-Aktivität der Teilnehmenden erwartet werden.

Bei Kurskonzepten jedoch, die Online-Aktivität erfordern (Blended Learning, reine Online-Seminare) und das Potenzial von eLearning für Kommunikation, Reflexion und Kooperation/Kollaboration nutzen wollen, ist eine funktionierende Online-Kommunikation ein unverzichtbares und entscheidendes Kriterium für einen positiven Kursverlauf.

 

Im Folgenden sollen daher einige Besonderheiten der Online-Kommunikation behandelt werden. Der Fokus liegt dabei auf Kommunikation im Zusammenahng mit organisierten Lernprozessen; andere Besonderheiten der elektronischen Kommunikation, wie z.B. Auswirkungen der Anonymität im Internet auf die Kommunikation, die sicherlich auch spannend wären, sollen hier nicht besprochen werden.

Begriff

Die Abkürzung CBT steht für den Begriff “Computer Based Training”. Darunter versteht man die Verwendung von Computern und speziellen Lernprogrammen zu Unterrichtszwecken.

Begriff

Die Abkürzung WBT steht für den Begriff “Web Based Training”. Es ist eine Weiterentwicklung des CBT. Lerneinheiten werden nicht auf Datenträgern verbreitet, sondern online mittels Internet abgerufen. Die Einbettung ins Netz bietet vielfältige weiterführende Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion.

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Ein Projekt der Volkshochschule Floridsdorf, 2006

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