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Kognitivismus: Entwicklung / Geschichte

 

Schon während der "Blütezeit" des Behaviorismus gab es zunehmend Kritik an der mechanistischen S-R-Beziehung und der offensiven Ausklammerung bewusstseinsmäßiger (kognitiver) Prozesse.

In den 60er Jahren wurde der Behaviorismus endgültig vom Kognitivismus abgelöst (d.h. er wurde die vorherrschende Lehrmeinung). Erkennen ist die wichtigste psychische Funktion (Kognition - lat. cogno­sere = erkennen).

 

Für Behavioristen beginnt eine Tätigkeit mit dem ersten Reiz, der eine Verhaltenskette in Gang setzt; sie endet mit dem Erreichen eines Zielobjekts oder eines Zielorts und der dort ausgeführten Zielreaktion (z. B. Trinken). Aus behavioristischer Sicht müssen Tätige dem auslösenden Reiz folgen, sie haben keine Wahl. Ebenso ist die Beendigung der Tätigkeit am Ziel zwingend.

Anders kognitivistische AutorInnen: Für sie ist der Tätige Herr seines Handelns. Er bestimmt Anfang und Ende seines Tuns nach eigenem Ermessen. Ihren Anfang nimmt die Handlung mit einer Vornahme, mit dem Entschluss, ein Ziel durch eigenes Zutun zu verwirklichen. Und ihr Ende findet die Handlung mit der Überzeugung, dass das Ziel erreicht sei (oder mit der Rücknahme des Handlungsentschlusses).

 

Die Kognitive Psychologie wurde stark durch die Kybernetik (Regelkreise), die sich in den 50er Jahren entwickelte, beeinflusst.

 

Die 6 Prinzipien der kognitiven Psychologie

 

  1. Erkenntnis: Im Erkennen entsteht die Welt und die eigene Person aufs neue (Welteinsicht und Selbsterkenntnis)
  2. Bewusstheit: Erkennen vollzieht sich grundsätzlich im und durch Bewusstsein
  3. Kognitive Ordnung:
    Erkennen ist nicht nur die Kenntnisnahme einzelner Daten (Farbpunkte, Einzeltöne …). Wesentlich ist die Bildung von Zusammenhängen.
    Daraus ergibt sich die Einsicht in strukturelle Zusammenhänge (z.B. Kopf-Rumpf-Gliedmaßen = Körper) und in funktionale Zusammenhänge (z.B. Feuer bringt Wasser zum Kochen). Aus diesen Zusammenhängen entsteht eine kognitive Ordnung (diese inkludiert vergangene, gegenwärtige und zukünftige Gegebenheiten). Durch die Einsicht in Vergangenheit und Gegenwart werden Erwartungen für die Zukunft aufgebaut.
  4. Einsichtiges Handeln:
    Die Zukunft wird in der Erwartung vorweggenommen - Handeln ist planmäßig auf die Zukunft gerichtet. Nützliche Ziele werden gesetzt und Strategien entworfen, um diese Ziele zu erreichen.
    Nützlichkeitserwägungen (wie lohnend ist es …) und Erfolgserwartungen (mit welcher Wahrscheinlichkeit werde ich das Ziel erreichen) entscheiden, welche Handlungen ausgeführt werden und welche nicht.
  5. Aus dem Prinzip des einsichtigen Handelns folgt der:
    - Grundsatz der menschlichen Entscheidungsfreiheit
    - Glaube an die menschliche Fähigkeit zur Rationalität und Ökonomie
  6. Selbstverantwortung und Selbstregulation
    Der Mensch ist grundsätzlich frei, einsichtig, zur Selbsterkenntnis fähig. Er ist Urheber seines Geschicks und Gestalter seiner Persönlichkeit. Er trägt die Verantwortung für sich selbst.

 

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