Die Regierung von Singapur erstellte einen 5-Jahresplan zur Einführung von IT ins Erziehungssystem. In der Folge wurde an der Nanyang Technological University von einer Gruppe (Tan u. Mitarb.) ein Konzept erarbeitet, das zwei Schienen vorsah: Einbau von IT in die Schulfächer + Basismodul für alle auszubildenden LehrerInnen ("Introduction to Instructional Technology"). Es sollten tutorielle Klassen mit rund 20 StudentInnen gebildet und die Lernplattform Blackboard eingesetzt werden.
Dieses Modell sah eine Kombination aus direkter Instruktion, selbstgesteuertem Lernen, Gruppenarbeit, computerunterstützter Kommunikation und konstruktivistischem Lernen vor.
Ziele:
1 Identifizieren und Evaluieren vorhandener IT-Ressourcen
2 Adaptieren und Integrieren von IT in den Unterricht
3 Herstellung und Gestaltung von IT-basierten Materialien für den Unterricht
4 Implementierung von IT-Einheiten für IT-Basiskompetenzen
5 Evaluieren der Effektivität IT-basierten Unterrichts
Durchführung:
Im Sinne von Blended Learning
wurde eine Präsenzphase (face-to-face, f2f) von 6 Wochen sowie eine
Online-Phase von 3 Wochen angesetzt. Als Grundlage diente das Textbuch Integrating
Technology into Teaching and Learning.
f2f: Diskussion der Inhalte, Übungen, Gruppenarbeit, Peer-Evaluation
online: Ressourcen, Plattform, neue Konzepte, Diskussion
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Jede Woche war eine Problemstellung in Form eines Produkts abzuliefern
(z.B. Evaluation einer Webseite). Grundlage der Beurteilung war ein
elektronisches Portfolio.
Strategie:
1 Unterschiedliche pädagogische Ansätze
2 learning by doing and experiencing (nicht Reduktion auf Unterricht von IT-Kompetenzen)
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Ziel ist das Kennenlernen verschiedener Rollen
Direkte Instruktion:
... zur Vermittlung deklarativen und prozeduralen Wissens, das stufenweise aufgebaut werden kann (z.B. allgemeine Richtlinien kennen zur Auswahl von CD-ROMs für den Unterricht). Bereits vor Beginn des Basismoduls hatten die Trainees eine CBL-Einheit (CBL: computer-based learning) zu evaluieren.
Selbstgesteuertes Lernen:
... zur Übernahme der Verantwortung für den eigenen Lernprozess. Am Beginn wurde eine Selbstdiagnose des Lernbedarfs durchgeführt. Bereits vorher unterrichteten die Trainees vier Wochen in Schulen, wo sie selbständig eine CBL-Einheit zu planen und durchzuführen hatten. Die Reflexion dieser Erfahrungen brachte Einsicht in den Lernbedarf.
Gruppenarbeit:
... zur Erweiterung der Möglichkeiten für Reflexion und kollegiale Unterstützung. Eine der Aufgaben war die Produktion von MicroLESSONS, kleine Einheiten von lernerzentrierten Aktivitäten. Dazu arbeiteten die Trainees paarweise über Blackboard (Diskussion + Präsentation der Ideen), wo jeder zwei Vorschläge zu begutachten und zu bewerten hatte. In einer Präsenzphase wurden alle Vorschläge präsentiert und begutachtet.
Computerunterstützte Kommunikation:
... zur Einübung virtueller Kommunikation fürs Lernen und für die professionelle Entwicklung. Viele der Trainees waren mit e-Mail und Chat vertraut, nicht aber mit dem Umgang mit Lernaktivitäten. Dazu wurden geeignete Aufgaben entworfen (z.B. online-Diskussion zur Kritik des visuellen Designs einer Lerneinheit).
Konstruktivismus:
... zur Einbindung in Aktivitäten mit dem Ziel, eine Strategie für IT-basiertes konstruktivistisches Lernen zu lernen. In einer Präsenzphase lernten die Trainees z.B. das Programm "Designing MicroLESSONS" und konstruktivistische Grundprinzipien kennen. Am Schluss konnten sie Lernziele formulieren, authentische Kontexte beschreiben, relevante Aktivitäten gestalten sowie unterstützende Werkzeuge und Ressourcen identifizieren.
Verwendung des Computers:
... als administratives Werkzeug
... als Hilfsmittel zur Präsentation
... als Tutor (z.B. Arbeitsblätter mit Feedback)
... als kognitives Werkzeug (zur Erzeugung geistiger
Produkte)
Tan, Seng Chee / Hu, Chun / Wong, Siew Koon / Wettasinghe, C. Marissa:
Teacher
Training on Technology-Enhanced Instruction – A Holistic Approach; Educational
Technology & Socienty 6 (1) 2003, S. 96-104