One definition of a constructivist learning
environment then would be:
a
place where learners may work together and support each other as they use a
variety of tools and information resources in their pursuit of learning goals and
problem-solving activities. (Wilson)
Lernen ist immer und überall möglich, sei es in der Natur oder Gesellschaft, in einer Bildungsinstitution oder im Gasthaus, am Arbeitsplatz oder auf der Straße, in Freiheit oder im Gefängnis. Es müssen auch nicht Gebildete sein, die einem etwas beibringen können: „Auch vom Dümmsten kann man lernen!“ heißt eine der Maximen Heinz von Foersters.
Lernumgebungen gibt es in jedem Lebensalter. Das Gitterbett und die Sandkiste sind Lernumgebungen der frühen Lebensphase. Später mutiert dann die Umgebung in eine Werkstatt oder Baustelle, in ein Büro, Atelier oder Labor. In den ersten Lebensjahren wird viel gelernt (und gespielt), später wird viel gearbeitet, ein wenig dazugelernt und viel auch wieder vergessen. Am Anfang stehen die wichtigen Dinge wie Sehen und Hören, Bewegen, Sprechen, später Lesen und Schreiben, während im Erwachsenenalter Wissen über die nahe und ferne Welt sowie private, soziale und berufliche Kompetenzen dazukommen (... und wesentliche Fähigkeiten wie das Spielen wieder verlernt werden).
Es gibt also auf der einen Seite die Welt und der Platz, an dem wir leben, als vorgefundene Lernwelt. Sie ist nicht gezielt fürs Lernen zugerichtet, aber doch dafür geeignet. Ob hier das Lernen planvoll, beiläufig oder unbewusst erfolgt, hängt vom Reflexionsgrad der jeweiligen Person ab. Auf der anderen Seite gibt es die organisierten Lernwelten der Schule und Weiterbildung.
In einer organisierten Lernumgebung gibt es als die zwei Pole eines Kontinuums direktives/angeleitetes und selbstgesteuertes Lernen. Direktiv bedeutet, dass Ziele und Inhalte vorgegeben sind, die Prüfung des Wissens wird von externen Personen vorgenommen. Selbstgesteuert heißt, den Weg zu den Lernzielen selbst festzulegen.
Eine „Lernumgebung“ umfasst
· die Lernwelt, in der sich das Lernen abspielt. Die Lernwelt ist entweder schon da (Umwelt, Mitwelt), oder sie wird systematisch eingerichtet;
· die Lernenden, die entweder nebenbei (en passant) lernen, oder eine bewußte und systematische Lernaktivität setzen; sie bilden eine soziale Einheit;
· die Lernwerkzeuge, mit deren Hilfe sich Lernende mit der Umwelt auseinandersetzen.
Die Art und Weise, wie die Lernwelt konstituiert ist und wie sich Lernende darin verhalten, bestimmt die Lernkultur.
In einer vorgefundenen Lernumgebung gibt es
· Natürliche Objekte: Berge, Bäche, Pflanzen, Tiere
· Artefakte: Gebäude, Materialien, Bücher, Computer, Werkzeuge
· Subjekte: andere Akteure
· Soziale Konstrukte: soziale Einheiten (Familie, Gemeinde, Staat; Organisationen)
· Geistige Konstrukte: Erzählungen, Theorien, Axiome, Pläne, Modelle, Abläufe
In der organisierten Lernumgebung sind Materialien und Werkzeuge ausgewählt und angeordnet, damit Wissen und Kompetenzen erworben oder Dinge entwickelt und gestaltet werden können. Die Lernumgebung kann in realen Räumen eingerichtet sein, aber auch in einem virtuellen Raum, beispielsweise als multimediale Plattform. Lernende wählen aus der vorgefundenen Lernumgebung etwas für sie Geeignetes aus und setzen sich damit allein oder in Gruppen auseinander. LernbegleiterInnen (TutorInnen, MentorInnen) unterstützen sie dabei.
Lernumgebungen unterscheiden sich von Trainingsprogrammen und Seminaren in der Zahl der Möglichkeiten, einen Lernverlauf zu wählen.
Drill / Training
Beim Training gibt es ein vorgegebenes Programm, das aus einer Abfolge von Einheiten oder Modulen besteht. Alle Teilnehmenden befassen sich mit den gleichen Inhalten und verwenden die gleichen Methoden.
Weiterbildungs-Seminar
Das Seminar umfasst Plenumsphasen für die ganze Gruppe Arbeitskreise für Teilgruppen. Im Plenum setzen sich alle Teilnehmenden mit dem gleichen Thema auseinander, während in den Arbeitskreisen meist unterschiedliche Inhalte auf mehrere Arten und Weisen behandelt werden können.
Lernumgebung
Die Lernpfade in einer Lernumgebung sind einem weit verzweigten Wurzelwerk vergleichbar. In der Lernumgebung kann im Prinzip jede Person ihren eigenen Lernweg einschlagen, sich mit einem selbst gewählten Thema befassen, Arbeitsmethoden, Ort und Zeiten selbst wählen. Meist aber wird man sich LernpartnerInnen suchen, da kooperatives Lernen und Arbeiten unterhaltsamer (und häufig produktiver) ist. In Absprache mit den anderen können auch Plenumsphasen vereinbart werden.
Wilson, Brent
G.:
Metaphors
for Instruction: Why we talk about Learning Environments; Educational
Technology 35, 5 (1995) 25-30; http://www.cudenver.edu/~bwilson/metaphor.html
von Foerster, Heinz / Müller, Albert / Müller, Karl:
Der Anfang von Himmel und Erde hat keinen Namen; Kulturverlag Kadmos, Berlin 2002