um selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen.
Eine Lernumgebung bietet eine Reihe von Freiheiten: Lernende können allein ihren Weg durch einen Wissensraum suchen. Sie können sich aber auch anleiten lassen. Die Art der Gestaltung der Materialien und der Unterstützung durch dieTutorInnen ist darauf ausgerichtet, die Selbststeuerung zu fördern.
um mehr Wahlmöglichkeiten als in traditionellen Kursen zu haben.
In einer Lernumgebung sollten Alternativen in Hinblick auf Lernziele, Lernwege, Inhalte, Methoden, Lernpartner, Materialien, Medien und Werkzeuge existieren.
um die produktiven Fähigkeiten zu unterstützen.
Traditionelle Seminare basieren auf Arbeitsteilung: Kursproduktion und Kurskonsumation werden von unterschiedlichen Personen durchgeführt. Die einen geben den Ablauf vor, die anderen vollziehen ihn nach. In einer Lernumgebung sollten (auch) gestalterische Aufgaben in Angriff genommen werden können.
um strukturelle Zwänge und Gruppenzwänge zu minimieren.
In einer offenen Lernumgebung fällt die Anpassung an einen gemeinsamen Kursverlauf und an vorgegebene Arbeitszeiten weg (... ausser sie werden verhandelt).
um individuellen Lernzielen, Lernstilen und Lernmodalitäten mehr Raum zu geben.
Ein breites Spektrum von Lernzielen, Lernstilen (abstraktes Konzeptualisieren, experimentelles Erproben, …) und Lernmodalitäten (Text, Stimme, Geste, …) sollten in einer Lernumgebung Platz haben. Dies erfordert eine Vielzahl von Aufgaben und Problemstellungen, von Verfahren und Medien.
um Probehandlungen zu ermöglichen.
Ist man in der Lage, sich mit einem – unter Umständen schwierigen – Inhalt produktiv auseinanderzusetzen? In einer offenen Lernumgebung können Dinge, Geräte und Verfahren ausprobiert werden, ohne dass jemand von aussen notwendigerweise ein Urteil darüber abgibt.
um eine experimentelle Einstellung zu fördern.
Im Arbeitsleben hat man es manchmal mit Umständen und Problemen zu tun, für die es keine Rezept-Lösungen gibt. Hier sind experimentelle Verfahren notwendig, die durch eine offene Lernumgebung gezielt gefördert werden.
um ein (meta)kognitives Instrumentarium zur Hand zu haben.
Selbstgesteuertes Lernen erfordert die selbsttätige Durchführung und Überwachung des eigenen Lernprozesses. Dafür muss eine Lernumgebung Hilfsmittel anbieten: kognitive Verfahren wie Ressourcen erschließen oder Analogien bilden, und metakognitive Strategien wie Ziele definieren oder Handlungswege ableiten.
um einen umfangreicheren und flexibleren Wissensraum zur Verfügung zu haben.
Der in Seminaren angebotene Wissensraum ist meist in zweifacher Hinsicht beschränkt: Erstens werden nur wenige Wissensarten aktiviert und zweitens ist für ein individuelles Interesse, gewisse Punkte weiter zu verfolgen, keine Zeit vorgesehen. Eine Lernumgebung sollte hingegen eine breite Wissensbasis in unterschiedlichen Formen bieten, die eine ausführlichere Beschäftigung mit den jeweiligen Themen zulässt. Die Entscheidung darüber liegt in einer Lernumgebung bei den Lernenden.
um freie Kooperationen durchführen zu können.
In einer Lernumgebung kann man sich die Lern- und Arbeitspartner aussuchen. Mit diesen bleibt man entweder die ganze Zeit zusammen, kann aber auch die Personen und Gruppen wechseln.
um die Lernenden stärker an der Verantwortung für ihren Lernprozess zu beteiligen.
In Seminaren verbleiben Teilnehmende, wenn sie mit dem „Gebotenen“ nicht zufrieden sind, häufig in einem Zustand kritischen Unwillens oder „steigen aus“. Das Bewusstsein, immer und in jedem Fall etwas lernen zu können, ist wenig verbreitet. In offenen Lernumgebungen ist die Verantwortung deutlicher verteilt: Für die Vorbereitung liegt sie bei den GestalterInnen der Lernumgebung, für die Lernunterstützung bei den LernbegleiterInnen, und für das Lernen liegt sie bei den Lernenden. (Eine Person kann jedoch auch unterschiedliche Rollen einnehmen.)
um eine ökonomisch günstigere Lernform mit größerer Verbreitung zu haben.
Dass eine Lernumgebung billiger zu haben ist, kann sich leicht als Irrtum herausstellen, denn ihre Vorbereitung ist zeit- und kostenaufwendig. Dass sie sich in ökonomischer Hinsicht rechnet, ist nur dann zu erwarten, wenn erprobte und auf Standardthemen beschränkte Lernumgebungen von anderen Einrichtungen übernommen werden.
um das Lernen und Arbeiten vergnüglicher zu machen.
Eine Reihe von Wahl- und Kontrollmöglichkeiten fördert die Lernfreude und die Motivation. Allerdings sollten die Lernmöglichkeiten für die Lernenden relevant sein und in einer Form angeboten werden, die nicht schon beim ersten Anblick Frustration erzeugt (z.B. dicht beschriebene Skriptenstapel). Auch wird das Lernen vergnüglicher, wenn man sich Inhalt, Lernweise und LernpartnerInnen aussuchen kann. (Zu beachten: Im Selbstlernen ungeübte Personen benötigen wesentlich mehr Anleitung.)
Personen, denen starre (Planungs-)Muster widerstreben;
Personen, die es vorziehen, ihren eigenen Lernweg zu verfolgen;
Personen, die lieber ihre LernpartnerInnen selbst aussuchen;
Personen, die einen Wissensraum erst erkunden wollen;
Gruppen, die sich "kreativ" betätigen wollen;
Gruppen, die über längere Zeit an einem Thema arbeiten und dazu fallweise zusammenkommen;
Arbeitsgruppen, die zur Gestaltung eines Konzepts oder Produkts geeignete Werkzeuge benötigen.