There is a disjunction between institution-centred demands and the student-centredness of contract learning." (Laycock/ Stephenson, S. 164)
Ein Lernvertrag ist ein Instrument aus dem Kontext des individualisierten, selbstgesteuerten, tutoriell betreuten Lernens. Der Lernvertrag dient dazu, dass sich die anbietende Institution auf der einen und der/die Lernende auf der anderen Seite darüber einigen, welche Kompetenzen angestrebt werden, welcher Lernweg eingeschlagen wird, welche Mittel dafür eingesetzt werden und wie der Lernerfolg überprüft wird. Dabei gehen beide Seiten bestimmte Verpflichtungen ein.
Der Lernvertrag ist ein kontextspezifisches Instrument. Es ist daher problematisch, ihn in ein anderes (z.B. schulisches) Lernmilieu zu übertragen: Warum auch sollten sich Lernende zu spezifischen Rahmenbedingungen des Lernens verpflichten, ohne im engeren Sinn über Ziele, Inhalte und Methoden mitreden zu können?
Nach Laycock/Stephenson haben Lernverträge folgenden Zweck:
Intentionen eines Lernvertrags:
· geteilte Verantwortung zum Verhandeln der Ziele ermöglichen;
· erkennen, dass Planung, Monitoring und Review der Ergebnisse von Lernprozessen ebenso wichtig sind wie die Ergebnisse selbst;
· die wichtigsten 'Stakeholders' (Lernende, Lehrende, Prüfende, MentorInnen, Arbeitgeber & Angestellte) in das Management des Fernlernens einbeziehen;
· die Einsicht bei Lernenden und Lehrenden bewirken, dass sich die Rollen und Verantwortlichkeiten durch den Einsatz von Lernverträgen verschieben.
Einsatz eines Lernvertrags:
· in Einheiten eines traditionellen "Degree"-Programms wie Projektarbeit oder Seminar;
· bei Aktivitäten zur Entwicklung spezifischer Fähigkeiten;
· bei der (Selbst)Evaluation von Lernergebnissen oder Kompetenzen;
· bei gesamten Erziehungsprogrammen.
Einsatzmatrix:
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Lernergebnisse |
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Teil des Programms |
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Gesamtprogramm |
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3 |
4 |
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Lernprozess |
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Schwerpunkt des Lernens ist entweder der Lernprozess oder es sind die Lernergebnisse. Der Umfang reicht von Teilen des Programms bis zum Gesamtprogramm.
Prozessorientierte Lernverträge beschreiben die Mittel, die den Lernenden eine aktivere Kontrolle über ihren Lernprozess ermöglichen: durch Zielsetzung, Identifikation der Probleme und Monitoring des Fortschritts.
Ergebnisorientierte Lernverträge beziehen sich auf den gelernten Inhalt, die gemachten Erfahrungen und auf die Akkreditierung.
(Laycock/ Stephenson, S. 166-174)
Modularisierung
Lernverträge können innerhalb einzelner Module nützlich sein (Abstimmung der Inhalte auf die unterschiedlichen Lernbedürfnisse), sie erhöhen aber auch die Kohärenz des gesamten modularen Lernens.
Offenes Lernen & Fernlernen (ODL)
... verschiebt das Management des Lernens zu den Lernenden, wofür ein Lernkontrakt eine Hilfestellung bietet. Kontraktlernen kann Lernende dazu befähigen, a) ihr persönliches Zeitmanagement durchzuführen, b) sich produktiv mit den Materialien auseinander zu setzen, c) die Relevanz des Materials zu beurteilen, d) das Verständnis der Inhalte zu reflektieren.
Vom traditionellen Lehren zum Tutorium
Ein lernunterstützendes System ist dem Kontraktlernen eher
angemessen als der traditionelle Unterricht. Das ressourcenbasierte System
sollte Unterstützung bieten für
a) Kontrakterstellung und -management, b) die Entwicklung transferierbarer
personaler Fähigkeiten, c) Erfahrungslernen.
Lernverträge als strategisches Lernmittel
Lernverträge werden zu Beginn verhandelt und begründet, am Ende demonstriert und überprüft. Diese Aktivitäten beinhalten einen Dialog mit anderen StudentInnen, TutorInnen und weiteren VertreterInnen der Institution.
Lernverträge und die Lerninstitution
Ein Lernvertrag erfordert eine institutionelle Rahmenstruktur, die die Planung, Verhandlung, Demonstration, Reflexion und das Monitoring des Lernprozesses unterstützt. Hinter diesem iterativen Prozess, der auf der Erstellung und Revision der Lernverträge basiert, steht das Bild der Institution als Lernressource.
Knowles, Malcolm:
Using Learning Contracts; Jossey-Bass, San Francisco 1986
Laycock, Mike
/ Stephenson, John:
Using Learning Contracts in Higher
Education( 159-174: The Place and Potential Use of Learning Contracts in Higher
Education); Kogan Page,