Kriterien für Offenheit

 

Offenheit ist ein relativer Begriff. In der Praxis ist jede Bildungsveranstaltung, jedes Seminar und jeder Unterricht mehr oder weniger offen, manche so gut wie gar nicht, andere ziemlich weitgehend. Nachfolgend sind – in Anlehnung an Reischmann – Kriterien aufgelistet, die einer maximalen Offenheit entsprechen würden.

 

 

Organisatorische Aspekte

Zugang: für alle

Kosten: erschwinglich

Aufnahmeprüfung: Selbsteinschätzung und Diagnoseinstrumente

Öffentliche Bekanntheit der Bildungsveranstaltung: extensive Publikmachung

Vorkenntnisse: werden berücksichtigt oder angerechnet

Kurs/Veranstaltung: wählbar

Umfang des Kurses: von den Lernenden nach ihren Bedürfnissen festgelegt (z.B. individuelle Auswahl von Modulen)

Ort: von den Lernenden gewählt

Präsenzphasen: freiwillig, nach Bedürfnis

Kursbeginn: jederzeit möglich

Kursende: jederzeit möglich

Lernzeiten: selbst bestimmt

Lerntempo: selbst bestimmt

Lerndauer: selbst bestimmt

Möglichkeiten nach dem Abschluss (auf Grund der Kenntnisse oder des Zertifikats): mehrere

 

 

Lernprozess

Grund des Lernens: eigene Wahl

Inhalt: von den Lernenden ausgewählt

Ziele: von den Lernenden definiert

Wissen: theoretisches und praktisches Wissen, Fähigkeiten, Erfahrungen, Einstellungen, Werte

Lernstile und -methoden: wählbar

Lernpfade / Lernsequenzen: Auswahl möglich; selbst bestimmt

Lernstrategien, -methoden und -techniken: Auswahl möglich; selbst bestimmt

Aktivitäten: auf das eigene Arbeitsfeld bezogen

Praxisarbeit: mit Experimentiersets, in Lernräumen, am Arbeitsplatz ...

LernpartnerInnen: freiwillige Entscheidung

Unterlagen: verständlich, praxisorientiert, inhaltlich breit

Medium: unterschiedliche verfügbar

Lernerfolgskontrolle: Auswahl der Methode durch Lernende; Selbstevaluation

 

Unterstützung des Lernens

Art der Unterstützung: Beratung, Anleitung, Information, Moderation

Form der Unterstützung: mündlich, Brief, Telefon, E-mail ...

Beratung: durch LernberaterInnen/TutorInnen; auch durch MentorInnen, Familie, Freunde

Eingangsberatung: ja

Inhaltliche Beratung: ja

Rückmeldung zur Lernerfolgskontrolle: nach Wunsch

Zeitpunkt der Lernerfolgskontrolle: von den Lernenden bestimmt (z.B. nach jedem Modul)

Unterstützungsorte: mehrere

 

 

Literatur

 

Reischmann, Jost:

Keine Konjunktur mehr für offenes Lernen?; Hessische Blätter für Volksbildung 1/1994, 23-31