Emanzipatorische Tradition: Erweiterung der diversen Möglichkeiten im Lernprozess,
Beseitigung der
Zugangsbarrieren / Chancengleichheit
Liberale Tradition: herrscht vor allem in den angelsächsischen
Ländern vor; ähnliche
Intentionen wie die
emanzipatorische Bewegung
Industrielle Tradition: möglichst kostengünstiges, flexibles und
effizientes Training für
Arbeitskräfte, inklusive Stärkung der individuellen Verantwortung und Selbstlernkompetenz
Offenes Lernen heißt
... die Lernenden
haben die Wahl
... sie können
ihren Lernprozess selbst gestalten
... die
Kontrollmöglichkeiten gehen verstärkt von den Lehrenden auf die Lernenden über
Wahlmöglichkeiten:
... freie und
flexible Zeiteinteilung
... freiere
Einteilung des Lernstoffs
... freie Wahl des
Lernorts
... Auswahl von
Lernmethoden und -techniken
Materialien für offenes Lernen:
... Vielfalt an
Formen und Medien
... Übernahme von
‚lehrenden’ Funktionen („tutorial-in-print“)
Rolle von LehrerInnen/ KursleiterInnen:
... Beratung und
Feinabstimmung des Lernprogramms
... Auswahl der
Lerneinheiten
... Unterstützung
beim modularen Lernen
... Motivation
... Unterstützung
bei individuellen Problemen
Vorteile:
... Ersparnis an
Zeit und Kosten
... Wegfall
unnützer Wiederholungen
... individuelles
Lernen nach individuellen Bedürfnissen
Nachteile:
... weniger Kontakt
zu Lehrenden und KollegInnen
... höhere
Selbstmotivation erforderlich
Offenes Lernen erfordert drei Dinge (Lewis):
Lernmaterial: damit die Lernenden zumindest einen
beträchtlichen Teil der Zeit
unabhängig lernen
können;
Ein Support-System: unterstützende Personen wie TrainerInn, TutorInnen, MentorInnen
Ein Management-System: garantiert die funktionierende Organisation durch Verteilung
und Überarbeitung
von Lernmaterialien; führt Auswahl, Training und Monitoring von
TutorInnen durch;
Anmeldung der LernerInnen und Dokumentation ihres Lernfortschritts.
Offener Unterricht in der
Schule (Bastian):
Der Unterricht
... ist offen für
die Fragen und Interessen der Beteiligten;
... ist offen für
die Verschiedenheit der Lernenden;
... bezieht
Erfahrungen ein; ermöglicht Handeln an diversen Orten;
... fördert
Mündigkeit durch Selbständigkeit und Selbstverantwortung;
... bietet
(aktivierende) Methodenvielfalt;
... fördert
fächerübergreifendes Lernen;
... stellt Lernen
in den Lebenszusammenhang;
... verändert
Lehrpersonen zu LernberaterInnen;
... sieht Leistung
mehrdimensional;
... setzt
unterschiedliche Formen der Leistungskontrolle ein;
... ergänzt
‚geschlossene‘ Lernformen.
Offenes Lernen in der Weiterbildung (Tight):
Die vier wesentlichen Charakteristika für offenes Lernen sind:
Lernerzentrierung:
Die Lehrpersonen
als LernbegleiterInnen unterstützen die Lernenden bei der Festlegung
der Lernziele und
beim Lernprozess;
Freier Zugang:
Keine Restriktionen
hinsichtlich sozialem Hintergrund, Vorerfahrung, Qualifizierung,
laufenden
Verpflichtungen, finanziellem Vermögen
Verwendung von
Lernmaterialien:
ist meist der Fall,
muss aber nicht sein; offenes Lernen ist auch auf Basis des
Wissens und der
Erfahrungen von Lehrenden und Lernenden möglich;
Freie Ortswahl:
z.B. Fernlernen zu
Hause
Die
zentralen Begriffe des offenen Lernens sind Wahl und Kontrolle. Wer darüber
verfügt,
bestimmt die Lernweise und Lernumstände. Wahl und (Selbst)Kontrolle erfordern,
dass
die Lernenden die Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen.
Bastian, Johannes:
Offener Unterricht: Zehn Merkmale zur Gestaltung von Übergängen; Pädagogik 47, 12 (1995) 6-11
Race, Phil:
The Open Learning Handbook; Kogan Page,
Rowntree,
Derek:
Exploring Open and Distance Learning; Kogan
Page,
Tight,
Malcolm:
Open
learning for continuing education; Open Learning 6/88, S. 23-26