"Ein Portfolio ist eine zielgerichtete und systematische Sammlung von Arbeiten, welche die individuellen Bemühungen, Fortschritte und Leistungen der/des Lernenden in einem oder mehreren Lernbereichen darstellt und reflektiert. Im Portfolioprozess wird die/der Lernende an der Auswahl der Inhalte, der Festlegung der Beurteilungskriterien sowie an der Beurteilung der Qualität der eigenen Arbeit beteiligt ..."
(Arbeitsgruppe proSchule)
Anspruch des Portfolios
SchülerInnen werden herangeführt an
Voraussetzungen von Portfolioarbeit
Klärung folgender Fragen:
Arbeitsschritte
1 Sammeln und Einordnen von Material und Daten, die den Lernweg nachvollziehbar machen
2 Kommunikation über die Einschätzung der gesammelten Nachweise
3 Prüfen, Interpretieren und Bewerten der Sammlung
Inhalt eines Portfolios
Alle Dokumente, die den individuellen Lernweg nachzeichnen, eingeschlagene Strategien sichtbar machen und den Lernfortschritt in Hinblick auf das Ziel nachweisen (Textkopien, Tests, Videodokumentationen, Beschreibung von Unterrichtssituationen, Kommentare von KollegInnen und LehrerInnen, Gruppen- und Projektergebnisse, usw.).
Reflexion
Die Aktivitäten im Lernprozess werden systematisch reflektiert und besprochen. Die Notizen und Protokolle dieser Reflexionen kommen in das Portfolio.
(Arbeitsgruppe proSchule)
ist ein Projekt des Europarats. Es ist ein Informationsinstrument und dient der Lernbegleitung. Es gibt Anregungen und Hinweise, und es stellt Arbeitsblätter und Formulare zur Verfügung, die SchülerInnen beim Sprachenlernen motivieren und unterstützen sollen. Mit Hilfe des Portfolios können Lernende ihre Sprachkenntnisse selbst einschätzen, beschreiben und dokumentieren Beurteilungen, Bestätigungen, Arbeitsergebnisse, ...), es werden somit die erworbenen Sprachkompetenzen, Sprachkontakte und interkulturellen Erfahrungen nachgewiesen.
Das Portfolio besteht aus der Sprachenbiografie, dem Sprachenpass und dem Dossier.
Die Sprachenbiografie
Teil 1 enthält Tipps, Arbeitstechniken und Methoden für das Sprachenlernen.
Mit Teil 2 werden die Sprachlernaktivitäten überprüft und zukünftige Aktivitäten geplant.
Teil 3 dient der Reflexion der erworbenen Sprachkompetenzen.
In Teil 4 werden die Ergebnisse von Erkundungsprojekten zu Sprache(n) eingetragen.
Der Sprachen-Pass
dokumentiert die Fähigkeiten und Kenntnisse nach den Kompetenzstufen des Europarats. Im Sprachen-Pass werden die erworbenen Zertifikate, die Art und Dauer des Sprachenlernens, Auslandsaufenthalte und Projekte eingetragen. Er ist nützlich bei Bewerbungen, beruflichen Veränderungen und beim Übergang zwischen Bildungsphasen.
Das Dossier
ist eine Sammlung besonders gelungener Arbeiten (Texte, Aufzeichnungen von Gesprächen, besondere Produktionen mit verschiedenen Medien).
Vorteile
In einem digitalen Portfolio kann eine größere Menge Material übersichtlich angeordnet werden.
Es lassen sich alle möglichen Produkte einbauen (Text, Audio, Video, Fotos, usw.).
Mit Hyperlinks kann die Verbindung zwischen verschiedenen Teilen des Portfolios hergestellt werden.
Digitale Fotos erleichtern die Präsentation der eigenen Person.
Die Arbeit mit digitalen Portfolios trägt zur Erweiterung der IT-Kompetenz bei.
Der Zugang zum Portfolio übers Internet erleichtert die Kommunikation mit anderen Lernenden und TutorInnen.
Das digitale Portfolio lässt sich leicht an einer anderen (Arbeits-)Stelle fortführen.
Form
Webseite mit Produkten und Berichten:
Inhalt
Einleitung – Einstiegsseite der Homepage – Lebenslauf – Produkte – Prozessbericht – Kompetenzen – Präsentationen – Übersichten – Links – Tools – andere Portfolios – Verwendete Begriffe / Glossar
Verpflichtende Teile:
Homepage – Lebenslauf – Produkte – Kompetenzen – Präsentationen – Übersichten – Links – Tools – e-Mail-Adresse – Portfolio Infoseite (Infos über das Portfolio und seinen Gebrauch)
Thonhauser argumentiert, für den fachdidaktischen Schwerpunkt bei Lehramts-Diplomprüfungen ein Portfolio einzusetzen. Als Elemente schlägt er vor:
·
einen
qualifizierten Unterrichtsplan,
Arbeitsgruppe proSchule:
Portfolios in der Lehrer/innenbildung; 2002
http://www.ph-freiburg.de/hochschuldidaktik/fun/termine/ss_02/handout_haecker_07_02.pdf
Bräuer, Gerd:
Schreiben als reflexive Praxis. Tagebuch, Arbeitsjournal, Portfolio; Freiburg, 2000
Brunner, Ilse / Schmidinger, Elfriede:
Portfolio - ein erweitertes Konzept der Leistungsbeurteilung; Erziehung & Unterricht 147, H. 10 (1997) 1072-1086
Gerecht beurteilen: Die Alternative für die Grundschulpraxis; Veritas Linz, 2000
Brunner, Ilse u.a.:
Leistungsbeurteilung in der Praxis: Der Einsatz von Portfolios im Unterricht der Sekundar-
stufe I; Veritas Linz, 2001
Das Europäische Sprachenportfolio:
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/portfolio
Häcker, Th. H.:
Der Portfolio-Ansatz - die Wiederentdeckung des Lernsubjekts?; in: Die Deutsche Schule 94, H. 2 (2002) 205-217
Liessmann, Urban:
Beurteilung und Beurteilungsprobleme bei Portfolios; in: R. S. Jäger (Hrsg.): Von der Beobachtung zur Notengebung (S. 282-329); Verlag Empirische Pädagogik, 2001
Schallies, M. / Wellensiek, A. / Lembens, A.:
Portfolio als Lehr- und Lerninstrument im Problemorientierten Unterricht; Ethik & Unterricht 11, H. 3 (2000) 30-34
Thonhauser, Josef:
Bewusstsein über die Fähigkeit zu bedeutsamen Leistungen anstatt Rückblick auf übersprungene Hürden. Über den Versuch, die Portfolio-Idee in die Lehrerbildung zu bringen
http://www.sbg.ac.at/erz/salzburger_beitraege/herbst2000/thonhauser_sbg_2000_2.doc
Vierlinger, Rupert:
Leistung spricht für sich. "Direkte Leistungsvorlage" (Portfolios) statt Ziffernzensuren und Notenfetischismus; Dieck-Verlag, Heinsberg 1999
Wellensiek, A. / Lembens, A. / Schallies, M.:
Lernen mit dem Portfolio; Unterricht Arbeit und Technik 3, H. 9 (2001) 21-23
Winter, Felix:
Guter Unterricht zeigt sich in seinen Werken. Mit Portfolio arbeiten; Lernende Schule 3, H. 11 (2000) 42-46
Ein Instrument mit vielen Möglichkeiten - Leistungsbewertung anhand von Portfolios; in: Winter, Felix / Groeben, Annemarie von der / Lenzen, Klaus D.: Leistung sehen, fördern, werten - Neue Wege für die Schule; Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2002