Konrad / Traub:
Selbstgesteuertes Lernen tritt nicht automatisch durch die Reduktion fremdgesteuerten
Lernens ein.
Es bedarf sorgfältiger Anleitung und Begleitung über einen längeren Zeitraum.
Es setzt großes Strukturwissen und sprachliche Kompetenz voraus.
Es setzt Kompetenz zur Erkennung des Lernbedarfs, der Planung von Lernschritten,
der Ausführung der Lernschritte und der Einschätzung der Lernfortschritte voraus.
Es legt weit mehr Wert auf Beobachtung und Beratung.
Es differenziert je nach Selbststeuerungs-Kompetenz und verstärkt bei Bedarf die
Fremdsteuerung.
Faulstich:
Lehraufgaben haben folgende Funktionen:
Sie vermitteln zwischen den Interessen der Lernenden und den Lernanforderungen.
Sie weisen auf Bezüge zu den Erfahrungen der Teilnehmenden hin.
Sie erläutern die Aspekte und die Systematik der Lerngegenstände.
Sie unterstützen bei der Klärung der Lernziele.
Sie unterstützen bei der Auswahl der Lerninhalte.
Sie weisen auf mögliche Methoden der Aneignung hin.
Sie stellen Lernmittel (Literatur, Medien, Materialien) bereit.
Sie vermitteln Gruppen- und Kommunikationsstrukturen.
Sie sichern ein vertrauensvolles und angenehmes Lernklima.
Sie sichern die Lernfortschritte.
Sie klären die Lernzeiten und Lernorte.
Sie unterstützen beim Erstellen eines Arbeitsplans.
Institutionen können selbstgesteuertes Lernen durch folgende Maßnahmen fördern:
Lernmöglichkeiten schaffen
Lernmittel (Literatur, Medien, Materialien) bereitstellen
Lernräume bieten
Gruppenarbeit ermöglichen und anregen
Lernorte kombinieren
Lernzeiten sichern
Offene Curricula entwickeln
Programme und Kurse konzipieren
Lernvermittlung anbieten
Lernberatung sicherstellen
Lernerfolge kontrollieren und zertifizieren
Konrad, Klaus/ Traub, Silke:
Selbstgesteuertes Lernen in Theorie und Praxis; Oldenbourg, München 1999
Faulstich, Peter:
Förderung des selbstgesteuerten Lernens (S. 39-55); in: Selbstgesteuertes Lernen in der
Weiterbildungspraxis (Hg.: Stephan Dietrich bzw. DIE); Bertelsmann, Bielefeld 2001