Selbstlernzentren

 

Selbstlernzentren sind eine mögliche Antwort auf die heutigen fragmentierten Lernverhältnisse, indem sie eine Alternative zu fixem Präsenzunterricht bieten. Nachfolgend einige gute Gründe zu ihrer Einrichtung:

 

Wozu Selbstlernzentren?

Die Weiterbildung ist heute damit konfrontiert,

individualisierte, kooperative, relevante, flexible und betreute Lernangebote

zu liefern.

individuell: angepasst an Vorwissen, Lernverhalten und spezialisierte Aufgaben

kooperativ: Möglichkeit der Bildung von Lerntandems und Lerngruppen

relevant: Kompetenzen (insbesondere Problemlösungs-, Gestaltungs- und Reflexionsvermögen);

Relevanz (für die Persönlichkeitsentwicklung / Arbeit / Gesellschaft) erhöht die Motivation

flexibel: bezüglich Wissen (Modularisierung bzw. Netzwerk von Wissenselementen); bezüglich Lernweg (Wahl der Lernzeiten – Lernorte – Inhalte – Lernmethoden – Medien – Lernpartner – Lernkontrolle)

betreut: Leitsystem für Inhalte; anwesende TutorInnen; Betreuung am Arbeitsplatz

 

 

Weiterbildung in Selbstlernzentren

 

Geschichte:

Einrichtung von Selbstlernzentren in den 70ern (Rückgang wegen geringer Mittel,

mangelhafter Organisation, geringer Flexibilität)

Ausbau von regionalen Selbstlernzentren durch Fernuniversitäten (an die 300 Selbstlernzentren der Open University; EuroStudyCentres)

Neuer Impuls durch die neuen Technologien, durch die Anforderung an Selbststeuerung

und ständige Aktualisierung des Wissens

 

Gegenwart:

Offene und flexible Lernzentren mit einer Reihe von Funktionen:

Information und Beratung (Bildungsberatung; Lernberatung)

Betreute Selbstlern-Kurse, Workshops und Clubs

Wissensspeicher (Bibliothek, Mediathek, Internet; beteiligte Personen)

Ort für Präsenzphasen beim Telelernen

Knotenpunkt für Aktivitäten (Arbeitskreise; Projekte; Veranstaltungen)

Integration in das lokale Umfeld

 

 

Wozu selber lernen?

Selbstbestimmung als Forderung der emanzipatorischen Pädagogik

Offene Lernformen in der liberalen Tradition angelsächsischer Länder

Stärkung der Selbstlernkompetenz für ein kostengünstiges, flexibles und effizientes

Training von Arbeitskräften

 

Formen selbsttätigen Lernens

Studienzirkel/ Forschungszirkel (Modell der schwedischen Erwachsenenbildung)

Lernbasar/ Lernstationen (Schule, Erwachsenenbildung)

Leittextmethode (vorwiegend in Betrieben)

Lernen im öffentlichen Raum (Bürgerinitiativen, Planungszellen, ...)

Fernlernen (von Lernbriefen zum e-Learning/ virtuellen Lernen)

Netzbasierte Lernplattformen

Selbstlernzentren

 

 

Begriffe

 

Selbstorganisiertes Lernen bedeutet, sich bei vorgegebenen Inhalten und

Zielen um die Rahmenbedingungen des Lernprozesses (Unterlagen, Ort,

Termine, ...) selbst zu kümmern.

 

Selbstgesteuertes Lernen ist eine Lernform, bei der man den Lernprozess

selber lenkt, überwacht und bewertet. (Die Rahmenbedingungen können

von anderen vorgegeben sein.)

 

Selbstbestimmtes Lernen ist selbstorganisiert und selbstgesteuert.

 

Situiertes Lernen weist folgende Merkmale auf:

Komplexe, motivierende Ausgangsprobleme

Authentizität und Situiertheit: authentische Probleme sollen die spätere

Anwendung erleichtern

Multiple Perspektiven: um das Wissen auf verschiedene Problemstellungen

übertragen zu können

 

Flexibles Lernen bezeichnet den Ansatz, die Lernbedingungen besser an

die Bedürfnisse der unterschiedlichen Lernenden anzupassen. Maßnahmen

sind z.B.: Modularisierung von Kursen; Anrechnung von bisherigem

Wissen; Einsatz von Lerntechnologie; Offenes Lernen - Fernlernen -

Kollaboratives Lernen.