Stationenlernen/ Lernzirkel

 

Lernstationen sind ein hervorragendes Mittel, um Selbstlernaktivitäten entweder teilweise oder ganz in Lernprozesse einzubauen. Sie sind in Hinblick auf Umfang und Zielsetzung sehr flexibel einsetzbar und können nach Belieben an die eigenen Bedürnisse angepasst werden. Der – je nach Umfang beträchtliche – Aufwand zur Herstellung von Stationen wird belohnt durch höhere Lernmotivation, besseres Arbeitsklima und Vermeidung des Frontalunterrichts, was sich im Allgemeinen in besseren Lernergebnissen niederschlägt. Eingesetzt werden können Stationen sowohl in der Schule als auch in der Weiterbildung.

 

 

Geschichte

In ihrem Dalton-Plan hatte Helen Parkhurst 1920 Fachräume mit Selbstbildungs-materialien ausgestattet, die den Schüler über gezielte Arbeitsanweisungen zum selbstständigen Durcharbeiten fachspezifischer Aufgabenstellungen anregten und weitgehend selbstständige Kontrollen der Arbeitsergebnisse ermöglichten. [...] An diese Arbeitsform knüpfen die heutigen Lernzirkel an. (Eigel)

 

1952 entwickelten die Engländer Morgan und Adamson das Circuit-Training für sportliche Aktivitäten. Dieses Modell wurde Anfang der 90er Jahre in freierer Form auf andere Fächer übertragen.

 

 

Begründung

Ein Grund für die zunehmende Beliebtheit von Stationen liegt in der Möglichkeit, individualisierte Lernzugänge anbieten zu können. Sind Stationen optional wählbar, können Lernende ihren Lernweg – zumindest partiell – ihren Vorkenntnissen und ihrem Lernverhalten entsprechend einschlagen. Vorausetzung dafür ist ein gewisses Spektrum an unterschiedlichen Lernzugängen, was das Niveau, den Lernstil oder den Modus (Text, Bild, Ton, Geste) betrifft.

 

Ein weiterer Grund liegt im Erwerb der Fähigkeit, selbstgesteuert lernen zu können. Dieser Aspekt wird dann besonders gefördert, wenn die Aufgaben möglichst auf eigenständiges Denken, Experimentieren und Produzieren ausgerichtet sind.

Und schließlich bedeutet Stationenlernen, dass sich die Lehrerrolle hin zur Lernbegleitung und -beratung verschiebt. Dies bringt gewöhnlich (für beide Seiten) eine Entlastung mit sich, doch ist die Rollenänderung oft nur schwer durchzuführen, weshalb es vorteilhaft ist, sich in tutoriellen Kompetenzen weiterzubilden.

 

 

Methode

Stationenlernen umfasst eine Reihe vorbereiteter Stationen, an denen Informationen, Angaben zu Aktivitäten, Instrumente und Geräte zu finden sind. Die Stationen sind meist an einem einzigen Ort versammelt, sie können aber auch in einem Gebäude oder im Gelände verteilt sein. Ob und wie der Lernerfolg überprüft wird, ist den Personen überlassen, welche die Stationen einrichten. Sinnvoll ist es, sowohl bei den Stationen als auch bei der Überprüfung des Lernerfolgs Elemente der Selbstkontrolle einzubauen.

Varianten

·         Stationen können unterschiedliche Schwerpunkte haben: Information; Übung/ Kompetenzerwerb; Experiment; Spiel; Produktion.

·         Die Lernenden arbeiten die Stationen entweder einzeln, zu zweit oder zu dritt ab. (Zweiergruppen haben den Nachteil, dass sich gewöhnlich der Stärkere durchsetzt.)

·         Stationen können real, virtuell oder gemischt sein.

·         Die Stationen können geschlossen sein (alle Stationen sind verpflichtend zu absolvieren; die Stationen hängen inhaltlich zusammen, sie beziehen sich aufeinander), oder sie sind offen (frei wählbar). Auch Mischformen sind möglich.

·         Die Bearbeitungszeit der Aufgaben kann vorgegeben oder frei wählbar sein.

·         An den Stationen können vorgefertigte Aufgaben oder selbständig zu entwickelnde Fragestellungen aufliegen.

 

 

Materialien & Instrumente

Info-Blätter, Arbeitsblätter, Checklisten, Leitfäden, weiterführende Hinweise, ...

Material/ Stoffe, Spiele, Geräte, CD's, Walkmen, PC's + Internet, ...

 

 

Beispiele

  Gabriel / Heske / Teidelt / Wesker: Lernen an Stationen: Ganzrationale Funktionen
      http://www.learn-line.nrw.de/angebote/selma/foyer/projekte/dinslakenproj1/

  Möller: Römisches Alltagsleben (Klassenstufe 6)
      http://www.uni-paderborn.de/schulen/sem/downloads/moellerstationen.pdf

  Wehle-Knoll: Lyrik (Klassenstufe 6; Untersuchung, 70 S)
      http://lernarchiv.bildung.hessen.de/archiv/examen/deutsch/sek1/wehleknoll.pdf 

 

 

Literatur

 

Bauer, Roland:

Lernen an Stationen; http://www.lernstationen.de/

Lernstationen; http://www.bauer-roland.de/index.php

 

Benner, Winfried:

Stationenlernen – ein erster Überblick

http://berater.bildung-rp.de/dempe/stat_uebersicht.htm

 

Eigel, Stefan:

Lernzirkel

http://paedpsych.jku.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/UNTERRICHTSFORMORD/Lernzirkel.html

 

Geisz, Martin:

Stationenlernen / Lernzirkel

http://www.globlern21.onlinehome.de/Stationenlernen.htm

 

Reich, Kersten (Hg.):

Stationenlernen

http://www.uni-koeln.de/ew-fak/konstrukt/didaktik/stationenlernen/frameset_stationenlernen.html

 

Wachter, B.:

Stationenlernen (18 S)

http://www.welleg.de/unterricht/stationen/